Texte

Das Große Tao fließt überall
nach links und nach rechts
Das Leben aller Dinge hängt von ihm ab
und es lässt sie nicht im Stich
Was es vollbringt, nennt es nicht sein eigen
Es liebt und nährt alle Dinge
aber es spielt nicht den Herrn über sie
(Lao Tse)

 

Weiden und brütende Meisen
über dem Hügel zur stillen Zeit
Und ich darf lächelnd reisen
in die tiefste Verborgenheit
(Ruth Schaumann)


Ich bin unwissend. Ich weiß nicht, wer ich bin, ich weiß nicht woher ich komme und wohin ich gehe. Ich bin auf Vermutungen angewiesen. Man könnte sagen: meine Unwissenheit gibt mir die Freiheit zu entscheiden, was ich glauben will.

Was ich glaube:

Ich bin ein einzigartiges Wesen. Es gibt Gedanken, die nur ich denken kann, und es gibt Dinge, die nur ich tun kann.

Andere Menschen sind ebenfalls einzigartig. Dass ein anderer Mensch etwas anderes denkt oder tut als ich, spricht weder gegen den anderen noch gegen mich. Das eine schließt das andere nicht aus.

Im weitesten Sinne gibt es keine Kausalität. Im weitesten Sinne gibt es nur einzigartige Wesen, die in einzigartigen Augenblicken einzigartige Dinge tun.

»Zu sein, wer du bist, bedeutet ein Juwel vollendeter Ekstase.«

Ich bin der, der ich bin.

 

Es ist nicht kompliziert
Es ist nicht leicht, aber einfach
Es ist das Gegenteil von Haben
Es ist das Gegenteil von Tun
Es ist das Gegenteil von Wollen
Es ist das Absetzen von Lasten
Leicht sein wie eine Feder
Bereit für den Göttlichen Wind
Göttlicher Wind sein


Unser jetziger Bewusstseinszustand gleicht dem von verängstigten Kindern. Wir glauben an Gespenster, wir fürchten uns vor allem und jedem. In Wirklichkeit gibt es nichts, vor dem man sich fürchten müsste. Unsere Ängste und die damit verbundenen Schmerzen sind real, aber sie beruhen auf falschen Vorstellungen. Ungefähr so, wie sich wahrscheinlich auch viele Menschen gekränkt und gedemütigt fühlten, als Kopernikus herausfand, dass nicht die Erde im Zentrum des Universums steht. In Wirklichkeit war das aber schon immer so gewesen; niemand hatte die Absicht gehabt, die Menschen zu kränken oder zu demütigen. Die Menschen hatten sich einfach falsche Vorstellungen gemacht.

Wir halten andere Menschen für unser Eigentum und empfinden es als schmerzlich, wenn sie uns »verlassen«. In Wirklichkeit ist jedoch niemand unser Eigentum. Jeder Mensch ist ein selbständiges einzigartiges Wesen. Jede Seele ist auf ihrer eigenen Reise, wir bewegen uns nach einer vollkommenen Choreographie. In Wirklichkeit ist es ein Tanz.

 

Das größte Wunder ist bereits geschehen:
dass es uns gibt
Die Arbeit ist getan
Nun bleibt noch das Vergnügen:
Leicht sein
hinschauen
staunen über die Vollkommenheit dessen
was geschieht


Es ist so ähnlich wie Erwachsenwerden. Du konntest dir vorher nicht vorstellen, wie es sein würde, aber es ist dennoch geschehen. Du kannst es nicht erzwingen, aber du kannst dich darauf verlassen, dass es geschieht. »Das Leben aller Dinge hängt von ihm ab, und es lässt sie nicht im Stich«.

Es ist eine Entwicklung in dir. Du bist an etwas viele Male achtlos vorbeigelaufen, aber einmal siehst du plötzlich, dass es ein Wunder ist. Die Dinge sind so, wie sie sind, aber du fängst an, tiefer in sie hineinzusehen, das macht den Unterschied.

Du merkst, dass du nicht alleine bist. Du bist frei, aber du wirst nie im Stich gelassen. Das Leben ist nicht irgendwo da draußen. Du bist ein Teil von allem und du bist das Ganze. Das Leben ist ein Fest und du gehörst dazu, und irgendwann fragst du dich, wie du jemals vor irgendetwas Angst haben konntest.

 

In jedem Augenblick ist alles vollkommen
und
nichts muss so bleiben, wie es ist
Die Vollkommenheit trägt jeden Augenblick
ein anderes Kleid
Jeder Augenblick ist vollkommen
und einzigartig
und jeden Augenblick neu


Aus dem Ozean der Wahrheit greife ich einen einzelnen Fisch heraus, halte ihn hoch und sage: Leute, seht her, das ist die Wahrheit. Einerseits ist meine Aussage nicht falsch (denn im Ozean der Wahrheit ist alles wahr). Andererseits ist mein Hinweis problematisch, sofern ich damit den Eindruck erwecke, dass nur dieser eine Fisch die Wahrheit sei. Je mehr ich mich auf diesen einen Fisch konzentriere, umso schwerer fällt es mir, ihn festzuhalten (wahrscheinlich will er zurück ins Wasser, wo er hingehört). Meine Aussage, dass dieser eine Fisch die Wahrheit sei, ist wahr aber unvollständig, solange ich nicht dazusage, dass alles andere genauso wahr ist. Je vollständiger meine Aussage die Wahrheit wiedergibt, umso weniger sagt sie aus.

»Das Wasser in der Schale funkelt, das Wasser der See ist dunkel. Die kleine Wahrheit hat klare Worte, die große Wahrheit hat großes Schweigen.« (Tagore)

 

Das Richtige gibt sich dadurch
zu erkennen, dass es geschieht


Der Stein, den ich wegzuschieben versuche, setzt mir Widerstand entgegen.

actio = reactio.

Solange ich meine Energie einsetze, um Menschen zu ändern, begegne ich der Energie von Menschen, die so bleiben wollen, wie sie sind.

Wenn ich mich in einem Kindergarten befinde, aber in einem Meditationsraum sein möchte, besteht der einfachste (wenn auch vielleicht nicht der leichteste) Weg darin, den Kindergarten als Meditationsraum zu akzeptieren; meinen  Aufenthaltsort genau das sein zu lassen, was ich mir wünsche.

Stattdessen alle Kinder zum Meditieren zu bewegen könnte sich als Sisyphusarbeit erweisen. Und den Kindergarten zu verlassen, könnte so etwas wie eine Flucht sein, solange ich nicht bereit bin, meinen Aufenthalt im Kindergarten als Meditation zu erfahren. Vielleicht hatte ich mir nur etwas zu einseitige Vorstellungen davon gemacht, was Meditation sein soll.

 

actio = reactio
Der andere ist genauso stark wie du
denn der andere bist du selbst
Den Widerstand aufgeben
Den anderen so sein lassen, wie er ist
Du kannst jedes Problem lösen
indem du dich selbst änderst
indem du dein Bewusstsein erweiterst
dein Herz weiter machst

 

Der Himmel ist kein Ort, den man suchen muss
In dem Maße, in dem wir denken und
handeln, als seien wir im Himmel,
sind wir es auch


Dieses Leben ist so etwas wie ein Spiel, d.h. ein Ort freiwilliger Selbstbeschränkung, ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit, aber nicht die ganze Wirklichkeit. Bei einem Spiel erkläre ich mich bereit, meine Freiheit teilweise einzuschränken (beim Fußballspiel z.B. dahingehend, den Ball nicht mit der Hand zu berühren). Ohne meine Selbstbeschränkung und meine Bereitschaft, mich an Spielregeln zu halten, käme das Spiel nicht zustande.

Unsere Spielregeln bestehen z.B. darin, manche Dinge für gut zu halten, andere für böse, für schön oder hässlich usw., Gesetze aufzustellen und Abweichungen zu bestrafen. Ohne diese Regeln wären unsere Spiele nicht möglich.

Es spricht nichts dagegen, Spiele zu spielen und zu diesem Zweck Regeln aufzustellen. Wir haben lediglich vergessen, dass es sich bei unserem Tun nur um Spiele handelt, dass wir in Wirklichkeit, d.h. außerhalb des Spielfelds, vollkommen frei sind und keinerlei Beschränkung unterliegen. Wir sind freie, einzigartige, göttliche Wesen, unabhängig davon, welche Rollen wir in diesem Leben spielen.

 

Jedes Spiel macht mehr Freude,
wenn du weißt, dass es nur ein Spiel ist


Dieses Leben ist so etwas wie eine Bühne. Was auf der Bühne geschieht, ist wirklich, aber es ist nicht die ganze und nicht die eigentliche Wirklichkeit.

Wir spielen Rollen, aber wir halten unsere Rollen für die eigentliche Wirklichkeit. Wir glauben, unser Seelenheil hinge davon ab, dass wir nur gute und brave Rollen spielen. In Wirklichkeit ist unsere Identität als göttliche Seele niemals in Gefahr, egal welche Rollen wir spielen. In Wirklichkeit können wir nichts falschmachen.

Unsere Spiele helfen uns herauszufinden, wer wir sein wollen. Dazu sind wir auf Mit- und Gegenspieler angewiesen. Die einen spielen die Leprakranken, damit Mutter Teresa ihren Auftritt haben kann. Die einen stellen sich dumm, damit ich mich als Guru profilieren kann. Die einen spielen Bösewichter, damit andere sich für das Gute entscheiden können. Aber in Wirklichkeit sind wir alle göttliche Seelen. Auf der Bühne gibt es Mord und Totschlag, aber wenn der Vorhang gefallen ist, stehen die Toten wieder auf, und Gretchen geht mit Faust und Mephisto einen trinken.

 

»Egal wie es für uns aussieht:
die Liebe verliert die Kontrolle nie«
Wir sind niemals in Gefahr


Was ich tue, ist einfach zu tun, aber schwierig zu beschreiben. Wenn ich es zu beschreiben versuche, kommen dabei Sätze heraus wie: ich bin der, der ich bin; ich tue, was ich tue.

Unsere Sprache ist von und für Menschen gemacht, die Grenzen lieben, die sich und andere gerne festlegen, sie betont, hebt hervor, ist einseitig und parteiisch, sie impliziert, dass nur das eine oder das andere wahr sein kann, dass von mehreren Meinungen höchstens eine richtig sein kann.

Nichts davon muss falsch sein, aber es mag irgendwann sinnlos erscheinen, sich in Worten auszudrücken.

Das könnte eine Erklärung sein dafür, dass die Natur handelt, aber nicht redet.

Wenn du wissen willst, wer ich bin, dann schau mir zu.

 

Im Prinzip ist das eine so gut wie das andere
Das Große Tao fließt nach links und nach rechts
Das Richtige gibt sich dadurch zu erkennen,
dass es geschieht
Wenn es nicht das Richtige wäre,
würde es nicht geschehen
Das Leben macht keine Fehler
Es gibt nichts, was du tun musst
und nichts, was du nicht tun darfst
Sei einfach einverstanden mit dem,
was du dich tun siehst
Wenn es nicht das Richtige wäre,
würdest du es nicht tun
Du bist genauso unfehlbar wie das Leben
Du bist das Leben


»Liebe es so, wie es ist« – »Liebe über jede Vernunft hinaus, es ist sicher. Es ist die einzige Sicherheit. Liebe soviel du nur kannst, und wenn du bereit bist, wird dir alles gezeigt werden.« (Thaddeus Golas, »Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst«)

Liebe es so wie es ist klingt vielleicht ziemlich passiv, es umfasst jedoch alles (und es ändert alles). Wenn ich in einer bestimmten Situation aktiv bin, dann liebe ich meine Aktivität. Wenn ich in einer bestimmten Situation passiv bin, dann liebe ich meine Passivität. Wenn ich in einer bestimmten Situation nicht weiß, was ich tun soll, dann liebe ich meine Ratlosigkeit. Und wenn ich mich verzweifelt fühle, dann liebe ich meine Verzweiflung.

Und warum? Weil ich damit in mir selbst gewissermaßen einen Hebel umlege. Indem ich mich selbst ändere – von einem von Angst getriebenen zu einem aus Freude heraus handelnden Menschen, ändere ich alles.

 

Schön, wenn es so kommt –
schön, wenn's nicht so kommt
Ich mache keine Pläne –
außer ich mache welche
Ich bin der, der ich bin
Ich tue das, was ich tue
Ich bin ein Mensch wie jeder andere
der seine Einzigartigkeit lebt


Das Leben ist etwas Großes. Es ist so vollkommen wie ein Diamant. Wir sind Facetten des Diamanten. Jeder von uns legt durch seine Existenz und sein einzigartiges Leben Zeugnis davon ab, wie großartig und unendlich vielfältig das Leben als Ganzes ist. Jeder von uns ist eine vollwertige Manifestation des Lebens, wir sind verschieden, aber gleichwertig.

Alle zusammen sind wir das Leben und jeder einzelne von uns ist das Leben.

Wir sind Facetten eines Diamanten, dessen Facetten wiederum Diamanten sind, deren Facetten wiederum Diamanten sind, deren Facetten wiederum...

Wir sind Ableger Gottes und wir sind Gott.

 

Das Leben ist etwas Großes
Die Alternative zu deinem jetzigen Leben
ist nicht das Nichts
sondern ein größeres Leben
Hey Mann, du bist ein Gott!
Du bist eine Göttin, meine Teuerste!
Du bist das Leben, du bist ein Wunder
du bist unzerstörbar
Nichts und niemand kann dir etwas anhaben
Also komm zur Ruhe, entspann dich
lass die Luft raus
Genieße deine Probleme
solange du sie noch hast
Du kannst es dir leisten
freundlich und großzügig zu sein

 

Suche nicht das Wunder
Sei das Wunder


Im Prinzip ist es ganz einfach. Leg alles ab, was dich belastet. Wenn du nichts hast, hast du auch nichts zu verlieren. Lebe wie ein Mensch, der beschlossen hat, sich nie wieder um irgendetwas Sorgen zu machen. Mach es wie das Mädchen im Märchen von den Sterntalern. Sei bereit, dein Leben hinzugeben für das, wovon du überzeugt bist. Geh ins Ungewisse, mach dich auf den Weg, ohne etwas über das Ziel zu wissen.

Handle gegen den »gesunden Menschenverstand«.

Vertraue dich dem Universum an.

»Liebe über jede Vernunft hinaus – es ist sicher.«

Das Leben ist etwas Großes.

 

Hab keine Angst, dass du in die Hölle kommen könntest
du bist in der Hölle
Und wenn du lernst, die Hölle zu lieben
bist du im Himmel
Erleuchtung ist nicht die Erlösung vom Übel
sondern die Erfahrung, dass du keine Erlösung brauchst
Die Dinge, vor denen du Angst hast
werden nicht verschwinden
aber deine Angst wird verschwinden
Wenn man das Leben mit einer Achterbahnfahrt vergleicht
dann ist Erleuchtung die Erfahrung
dass Achterbahnfahren eine großartige Sache ist

 

Himmel = Hölle + Liebe
Hölle = Himmel – Liebe
Liebe = Himmel – Hölle

 

Jede Erfahrung kann durch das
Hinzufügen von Liebe verbessert werden

 

Willkommen in der Hölle
Wenn du dich hinlänglich davon überzeugt
hast, wie dunkel und kalt es hier ist
dann fang an, eine Sonne zu sein


Wenn ihre Zeit gekommen ist, verpuppt sich die Raupe. Sie geht ihren eigenen Weg, unabhängig von allen anderen. Sie tut das Gegenteil von dem, was der »gesunde Menschenverstand« tun würde. Sie zieht sich in sich selbst zurück, sie spinnt sich ein. Während um sie herum Besitzstände gewahrt werden, gibt sie alles auf. Sie bringt sich selbst in eine Situation, aus der sie nur durch ein Wunder herauskommen kann. Sie legt ihr Leben in die Hände des Universums. Und das Wunder geschieht. Wir nennen es Schmetterling.

 

Wer seine Mitmenschen bekämpft
weiß ganz offensichtlich nicht, was er tut
Kein Mensch, der weiß, was er tut
würde versuchen, sich mit seinem
Spiegelbild zu prügeln
Wie reich wirst du dich fühlen
wenn du dir bei allem, was dir begegnet
sagen kannst:
das bin eigentlich ich


Liebe kann (muss aber nicht) in verschiedenen Situationen unterschiedlich aussehen.

Wenn du hungrig bist, ist Liebe vielleicht Brot – vielleicht ist Liebe aber auch die Kraft, den Hunger zu ertragen. Bei einem Kind, das Laufen lernt, kann Liebe Andiehandnehmen bedeuten, wenn das gleiche Kind sich später sicher genug fühlt, kann Liebe Loslassen bedeuten – und danach vielleicht wieder Indenarmnehmen. Liebe ändert ihr Aussehen, um bleiben zu können, was sie ist.

Wir können nicht vorhersagen, wie Liebe aussehen wird, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass es sie immer geben wird; ihre Veränderlichkeit ist die Voraussetzung ihrer Beständigkeit.

Wir brauchen uns um nichts Sorgen zu machen. Wir brauchen nur zu erkennen und zu erfahren, dass alles was geschieht, eine Erscheinungsform von Liebe ist. Und wir brauchen nur dem, was geschieht, unsere eigene Liebe hinzuzufügen, wie auch immer unsere eigene Liebe jeweils aussieht.

 

Du veränderst dich selbst
indem du dich liebst
Du veränderst einen Menschen
indem du ihn liebst
Du veränderst alles
indem du deine Liebe hinzufügst

Ist es nicht wundervoll eingerichtet
dass das einzige, was zu tun bleibt
genau das ist, was man selbst aus
tiefster Seele tun möchte


Den anderen zu lieben heißt nicht, ihm sentimentale Gefühle entgegenbringen zu müssen. Es ist nicht nötig, dass ich ihm einen Schmatz auf die Backe gebe – wichtig ist, dass ich ihn als meinesgleichen akzeptiere: eine Facette des Diamanten wie ich selbst. Wir sind verschieden, aber gleichwertig.

Was der andere tut, ist ebenso eine Manifestation des Lebens wie das, was ich tue. Das eine schließt das andere nicht aus. Die Summe dessen, was alle tun, ergibt die unendliche Vielfalt des Lebens.

Der andere ist mir ebenbürtig, er war es immer und wird es immer sein. Das ist die Wirklichkeit. Die Gleichwertigkeit des anderen anzuerkennen bedeutet weder eine Gnade für den anderen noch einen Verlust für mich. Es ist eben einfach so. Lieben bedeutet einfach nur, die Wirklichkeit anzuerkennen.

 

Du brauchst es nicht gutzufinden, was der andere tut
Du brauchst nur zu akzeptieren, dass das, was der
andere tut, ebenso eine Manifestation
des Lebens ist wie das, was du tust
Was geschieht, ist Teil des Lebens und somit
wert akzeptiert zu werden
Das »Böse« ist der Teil des Lebens,
den zu akzeptieren ich im Augenblick nicht bereit bin
Das »Böse« ist die Projektion meiner Vorurteile auf die Welt
Das »Böse« ist nicht ein Problem des Lebens,
sondern ein Akzeptanzproblem meinerseits
Was der andere tut, ist Teil der Wirklichkeit
und somit wert akzeptiert zu werden
Wenn ich ablehne, was der andere tut,
ist meine Ablehnung ebenfalls Teil der Wirklichkeit
und somit ebenfalls wert akzeptiert zu werden
Beides ist Teil der Wirklichkeit
Das eine schließt das andere nicht aus
Und indem ich beginne zu akzeptieren, wen oder was auch immer
beginne ich auch zu verstehen. Ich beginne die Vollkommenheit
in wem oder was auch immer zu erkennen


Im Prinzip wissen wir ja, dass wir alle gleichwertig sind, aber wir glauben es uns nicht leisten zu können, danach zu handeln. »Wo kommen wir denn hin, wenn hier jeder macht, was er will?« Der »gesunde Menschenverstand« sagt uns, dass das nicht geht, und so stellen wir Gesetze auf und versuchen andere dazu zu bringen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen. Aus Angst vor dem, was geschehen könnte, verleugnen wir die Wirklichkeit (nämlich dass wir alle gleichwertig sind). Daran ist nichts Schlimmes, aber es ist ein Kampf, den wir nicht gewinnen können, und das erklärt, warum wir uns, solange wir kämpfen, angestrengt, frustriert und vom Leben verletzt fühlen. Aber das Leben hat nicht die Absicht, uns zu verletzen, und wenn wir uns nicht länger verletzt fühlen wollen, brauchen wir nur die Wirklichkeit so anzunehmen, wie sie ist: wir sind alle gleichwertig und alle machen, was sie wollen. Das ist es, was geschieht, was auch immer der »gesunde Menschenverstand« dazu sagen mag. Na klar, hier macht jeder, was er will! Wo das hinführen soll? Keine Ahnung. Schau'n wir mal.

 

Ich weiß nicht, was geschehen wird
Aber ich denke, dass es sinnvoll ist,
die Wirklichkeit anzuerkennen
Und ich denke, dass man, um glücklich zu sein,
nicht wissen muss, was geschehen wird,
wenn man bereit ist, Vertrauen zu haben
Gründe dafür, Vertrauen zu haben, findet man,
wenn man danach sucht
Gründe dafür, Angst zu haben, findet man
ebenfalls, wenn man danach sucht
Wonach will ich suchen?


Wir sind frei. Jeder von uns hat die Freiheit, das zu tun, was er für richtig hält. Wenn du dir nicht sicher bist, was du eigentlich willst, dann hast du die Freiheit, so lange zu suchen und zu probieren, bis du genau weißt, was du willst.

Eine Faustregel: solange ich für das, was ich tue, von anderen eine Belohnung erwarte, ist das, was ich tue, wahrscheinlich noch nicht das, was ich wirklich will.

 

Nicht verstanden zu werden ist schwer
aber vielleicht immer noch besser
als verstanden zu werden


Sich auszudehnen bedeutet, gewissermaßen ins Nichts zu gehen, in etwas hineinzugehen, was bis dahin außerhalb war.

Das Licht dehnt sich aus. Es geht dorthin, wo bis dahin kein Licht war. Es geht gewissermaßen ins Nichts. Aber das Ergebnis ist nicht, dass das Licht ausgelöscht wird, sondern dass die Dunkelheit sich in Licht verwandelt.

Wir sind alle nicht so klein und schwach, wie wir glauben. Wir sind das Leben, jeder von uns. Wir sind unzerstörbar. Wir gehen ins Nichts, aber das Ergebnis ist nicht, dass wir vernichtet werden, sondern dass wir Leben erschaffen, wo vorher nichts war.

Wir sind auf einer Reise ins Nichts, aber dies ist keine traurige Nachricht, denn wir sind diejenigen, die das Nichts in Leben verwandeln. Wir gehen auf der Straße, die wir selbst bauen. Wir leben das Leben, das wir selbst erschaffen.

 

Jeder von uns ist eine heilige Seele
auf einer heiligen Reise


Der Weg vom Zwang zur Freiheit ist ganz einfach: ich brauche nur Ja zu sagen. Ich brauche nur zu erkennen, dass ich aus eigenem Entschluss hier bin, dass es meine freie Entscheidung war, hierher zu kommen.

 

Ich bestehe darauf,
selbst verantwortlich zu sein
für jeden Weg, den ich gegangen bin
für alles, was ich gedacht,
gesagt und getan habe


Zeit ist eine Begleiterscheinung von Materie. Ohne Materie gibt es auch keine Zeit.

Wenn mein Bewusstsein vollständig ausgedehnt ist, bin ich überall gleichzeitig. Erst wenn ich mein Bewusstsein zusammenziehe und verfestige, z.B. in einen menschlichen Körper, entsteht eine Zweiteilung zwischen Hier (wo ich bin) und Dort (wo ich nicht bin), es entstehen Orte, an denen ich sein kann oder nicht. Nur wenn es Körper gibt, also Dinge, die nicht überall gleichzeitig sind, kann die Frage auftauchen, an welchem Ort sich ein bestimmter Körper gerade befindet, wie lange er sich dort schon befindet oder noch befinden wird, wo er vorher war oder später sein wird, wie lange es gedauert hat oder dauern wird, von dort hierher zu kommen oder von hier dorthin zu gehen.

Mit dem Körper fängt alles an, was mit Arbeit zu tun hat.


Die Frage »Warum« ist die Frage nach Gründen hinter einer Entscheidung. Wenn ich sie jemandem stelle, frage ich damit nach Beweggründen für seine Entscheidung.

Ich unterstelle damit, dass es solche Gründe geben müsse. Wenn ich »Warum« frage, sage ich damit gewissermaßen: »Ich glaube nicht, dass du einen eigenen freien Willen hast. Ich glaube, dass es Beweggründe gibt, die dich veranlasst haben, so zu handeln.« Die Frage »Warum« ist gewissermaßen die Frage nach einem Zwang.

Wenn man an einen freien Willen glaubt, erscheint die Frage nach dem Warum zunehmend sinnlos. Wenn ich mich darauf einlasse und nach Gründen suche, verleugne ich meine Fähigkeit, aus eigenem Entschluss zu handeln und dafür auch selbst verantwortlich zu sein. Indem ich nach Gründen suche, mache ich mich  zu einem Getriebenen.

Auf die Frage, warum ich etwas getan habe, ist meines Erachtens die aufrichtigste Antwort: ich habe es getan, weil ich es getan habe.

 

Ich bin gut genug, so wie ich jetzt gerade bin
Ich trage alle meine Habe in mir
Ich habe alles, was ich brauche
Ich bin alles, was ich brauche


Andere mögen tun und lassen, was sie für richtig halten – für mich selbst ist einzig und allein wichtig, was ich selbst tue.

»Anderen die Freiheit zum Dummsein zuzugestehen ist einer der wichtigsten und schwierigsten Schritte auf dem Weg zum geistigen Fortschritt.« (T. Golas)

Wobei das »Dummsein« der anderen lediglich eine subjektive Einschätzung meinerseits ist. In Wirklichkeit ist der andere einfach so, wie er ist, und er tut, was er eben tut. Dass das, was er tut, dumm sei, ist ein Vorurteil meinerseits – das natürlich wiederum, wie alles andere, was geschieht, wert ist akzeptiert zu werden.

Ich würde das Golas-Zitat daher ergänzen: »Anderen und sich selbst die Freiheit zum Dummsein zuzugestehen …«


Ich glaube nicht, dass Gott den Menschen Vorschriften irgendwelcher Art machen möchte. Ich würde es jedenfalls nicht tun, wenn ich Gott wäre.

Je weniger ich von einem Menschen will, umso aufrichtiger kann ich ihn lieben. Und ich könnte mir denken, dass auch Gott das weiß.

 

Ich stelle keine Fragen
ich bin die Antwort


Wenn wir uns dieses Leben als eine Art Küche vorstellen, dann ist jeder sein eigener Koch. Das heißt, es geht nicht darum, die Wahrheit zu finden, sondern darum, zu kochen, was einem schmeckt.

Wir sind gewohnt, uns selbst und andere zu fragen, ob es richtig sei, was wir tun. Aber wenn es nicht um Wahrheit sondern um Geschmack geht, ist es sinnvoller zu fragen, ob das, was ich koche, auch das ist, was ich essen möchte, und das kann jeder nur für sich selbst entscheiden.

Religionen sind in diesem Zusammenhang so etwas wie Kochbücher, ihre Autoren sind Köche wie du und ich. Sie können hilfreich sein, solange man seinen eigenen Kochkünsten nicht recht traut und sich seines Geschmacks nicht ganz sicher ist. Einige tun vielleicht so, als würden grauenvolle Dinge geschehen, wenn man sich nicht ganz genau an ihre Rezepte hält, aber eigentlich sind Kochbücher nichts, wovor man sich ernsthaft fürchten müsste.

Egal was Seine Heiligkeit verkündet oder was der Yogi empfiehlt – du musst keine Leberknödel essen, wenn du lieber Apfelstrudel möchtest. Und umgekehrt. Aber nicht wahr, das wusstest du schon.

Guten Appetit.


Es gibt den Witz von dem Betrunkenen, der seine Schlüssel nicht dort sucht, wo er sie verloren hat, sondern unter der Straßenlaterne, weil man dort besser suchen kann.

Unser Schlüssel zu allem liegt in uns selbst. Also an dem Ort, vor dem wir am meisten Angst haben. Die Lösung besteht darin, trotzdem hinzugehen.

 

»Zu sein, wer du bist, bedeutet ein Juwel vollendeter Ekstase.«